Verwendung von Nachtzielgeräten bei der Jagd

Aktuelle Debatten um die Nachtzielgeräte in der Jagd sind noch immer nicht zum Abschluss gebracht worden. Dabei ist das Jagdrecht im allgemeinen Ländersache und muss auf diese Weise auch behandelt werden. Das Bundesjagdgesetz verbietet alle Vorrichtungen an Waffen mit Spiegeln, Licht- oder Zielvorrichtungen. Hierzu gehören auch alle Artikel, die verwendet werden, um ein Tier zu locken oder dieses mit der Auslage von Elektroschockern zu betäuben. Dabei obliegt es den Ländern selbst, ob sie diese Gesetzgebung ausführen oder diese unter bestimmten Umständen verändern und anpassen. Dabei handelt es sich meist nur um eine zeitlich begrenzte Anpassung, die umfangreich begründet werden muss.

Aktuell ist es in Bayern so, dass die meisten Wildtiere erst in der Nacht gejagt werden können, weil sie da am aktivsten seien. Da die Nachtzielgeräte nicht erlaubt sind, konnte hier eine Übergangsregelung gefunden werden. Bayern gilt aufgrund des hohen Wildschweinvorkommens als Problemregion und muss die Jagd gewährleisten können. Aus diesem Grund wurde eine Grundlage geschaffen, dass die Verwendung von Nachtsichtgeräten erlaubt. Diese sind im Handel frei erhältlich und können auch außerhalb des Waffengesetzes erworben werden. In diesem Zusammenhang steht auch die Anpassung des Gesetzes. Denn die Verwendung des Nachtsichtgerätes muss angemeldet werden.

Da sich in Baden-Württemberg und Sachsen die Übergriffe der Wildschweine durch die Überpopulation häuften, konnte dies gesetzlich beschlossen werden. Wobei alle Vereinbarungen mit dem zuständigen Bundesministerium abgeklärt wurden.

Durch die Anwendung der Nachtsichtgeräte konnte die Jagd zu dem auch für die Jäger und den Tierbestand sicherer und effizienter gestaltet werden.

In den anderen Bundesländern ist aktuell noch keine Richtlinie in diesem Bereich vorhanden, allerdings wurde hier auch schon ein Antrag gestellt. Besonders in Hinsicht auf die Umsetzung der Eindämmung von Wildseuchen muss hier in vielen Bundesländern eine Regelung gefunden werden. In den Bundesländern, die sich bereits mit der Regelung auseinandergesetzt haben, mussten weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Hierbei musste in Baden-Württemberg die Schonzeit aufgehoben werden, da immer mehr Wildschweine in die Städte gelangten und sich Wildschäden häuften.

Um das Nachtsichtgerät zu verwenden, ist es notwendig, dass der Jäger einen Antrag stellt, dass er dieses Utensil verwenden darf. Denn auch, wenn die Notwendigkeit zum Jagen besteht, so soll der Artenbestand geschützt werden.
Es gibt zwei Anknüpfungspunkte für die rechtliche Behandlung von Nachtzielgeräten, einmal im Bundesjagdgesetz und einmal im Waffengesetz.

Gem. § 19 I Nr. 4 BJagdG verboten, Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, sowie Federwild zur Nachtzeit zu erlegen; als Nachtzeit gilt die Zeit von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang. In diesem Bereich hat die Jagd bei Nacht also überwiegend für Schwarzwild Bedeutung, da dieses auch zur Nachtzeit erlegt werden darf.

Gem. § 19 I Nr. 5 BJagdG ist es verboten, Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen und für Schusswaffen bestimmt sind, beim Fang oder Erlegen von Wild aller Art zu verwenden oder zu nutzen.

Zudem gibt es eine Regelung im Waffengesetz. § 2 Abs. 3 WaffG erklärt den Umgang mit Waffen oder Munition, die in der Anlage 2 Abschnitt 1 zu diesem Gesetz genannt sind, für verboten. Gemäß dieser Anlage 2 Nummer 1.2.4.2 ist der Umgang mit Nachtsichtgeräten und Nachtzielgeräten mit Montagevorrichtung für Schusswaffen sowie Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen für Zielhilfsmittel (z. B. Zielfernrohre) verboten, sofern die Gegenstände einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen.

Nachtsichtgeräte oder Nachtzielgeräte sind dabei für Schusswaffen bestimmte Vorrichtungen, die eine elektronische Verstärkung oder einen Bildwandler und eine Montageeinrichtung für Schusswaffen besitzen. Zu Nachtzielgeräten zählen auch Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielhilfsmittel (Zielfernrohre) (so Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 4.3.).

Nachtzielgeräte dürfen also grundsätzlich nicht verwendet werden, wenn sie an die Waffe montiert werden sollen. Möchte man also nach derzeitiger Rechtslage Nachtsichtgeräte benutzen, sollten diese möglichst nicht in irgendeiner Weise mit der Waffe verbunden werden, sondern höchstens als separate Objekte verwendet werden.

Innerhalb von Tierschutzvereinen wird diese Regelung nur bedingt akzeptiert. Denn sofern jeder Jäger einen Antrag stellen kann, den er auch bewilligt bekommt, bedeutet dies auch, dass die Tiere gejagt werden dürfen. Kommt es zu, zu vielen Jägern, die sich daran bedienen, steigt die Gefahr der Wilderer stark an. Daher sind auch hier die gesetzlichen Richtlinien grundlegend und müssen überarbeitet werden.


David Sanker

Rechtsanwalt, Unternehmensberater und Internetunternehmer David Sanker publiziert regelmäßig in den Bereichen Wirtschafts- und Strafrecht, Steuer-, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie im Zusammenhang mit Rechtsstaat, Waffen und Jagd.

Bei Fragen wenden Sie sich an unseren Legal Bot GLawDius!

This Area is Widget-Ready

You can place here any widget you want!

You can also display any layout saved in Divi Library.

Let’s try with contact form: